Eine große Holzhand hält einen dicken Ast eines Baumes fest
Grünes Investment

Die Finanzbranche kämpft seit Jahren gegen ihr negatives Image, doch eine Anlagemöglichkeit leistet erfolgreich Widerstand: die nachhaltige Geldanlage. Von Jahr zu Jahr wird sie beliebter. Warum das so ist, warum nachhaltige Geldanlagen wichtig sind und was der Begriff genau bezeichnet, erfahren Sie hier.

Geld verdienen und dabei etwas Gutes tun – so lässt sich die Idee von nachhaltigen Geldanlagen zusammenfassen. In der Regel sind mit solchen Anlageformen börsengehandelte Fonds (kurz: ETFs), Aktienfonds oder Investmentfonds bzw. Ökofonds gemeint.

Das sind nachhaltige Geldanlagen

Eine einheitliche Definition, was genau nachhaltige Geldanlagen sind, gibt es nicht. Sind damit nur Wertpapiere von Unternehmen gemeint, die z.B. Photovoltaikanlagen herstellen? Oder können Wertpapiere all derjenigen Unternehmen so bezeichnet werden, die nachhaltig wirtschaften? All dies legt der Begriff nicht fest.

Klar ist allerdings, dass ethische Geldanlagen, wie sie auch genannt werden, die drei klassischen Kriterien Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um die drei Aspekte Ökologie, Soziales und gute Unternehmensführung bzw. Ethik ergänzen. Hierbei handelt es sich um die sog. ESG-Kriterien. Das steht für

  • Environmental: hier geht es etwa um Umweltverschmutzung oder –gefährdung, Treibhausgasemissionen, Energieeffizienz, Artenvielfalt usw.
  • Social: dieses Kriterium beinhaltet Aspekte wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Diversity usw.
  • Governance: hiermit ist eine nachhaltige und gute Unternehmensführung gemeint. Wichtig dabei sind etwa die Unternehmenswerte wie Mitarbeiterführung usw.

Im Unterschied zu anderen Anlagemöglichkeiten werden bei nachhaltigen Anlagen umstrittene Branchen wie Alkohol, Tabak, Pornografie, Waffen oder Firmen, die mit Glücksspiel oder Kinderarbeit Geld verdienen, ausgeschlossen.

Aus einem mit Münzen gefülltem Glas wächst ein Pflänzchen raus
Über das Thema Nachhaltige Geldanlagen sprechen in dieser Folge von „Digital und vor Ort“ die Beraterinnen Nicole Kappen, Ida Drögen und Marion Stansfield von der Volksbank Bigge-Lenne mit Frank Segref.

I am test text for Call to action.

Hier können Sie nachhaltig investieren

Die einfachste Art, um nachhaltige Standards bei der eigenen Geldanlage zu berücksichtigen, ist ein Investment in ETFs, die in diesem Fall nachhaltig ausgerichtete Aktienindizes abbilden. Es gibt zwei besonders gute ETFs, die Sie berücksichtigen sollten:

  • den MSCI World Socially Responsible Index (SRI): dieser Index bündelt aus 23 Industrieländern die 400 Unternehmen mit dem höchsten ESG-Ranking
  • den Dow Jones Sustainability Index World Enlarged: dieser Index wiederum bündelt die 550 nachhaltigsten Unternehmen der Welt

Wenn Sie sich die hier erfolgreichsten Unternehmen anschauen, werden Sie die Problematik einer fehlenden, einheitlichen Definition von nachhaltigen Geldanlagen erkennen. Denn in diesen ETFs befinden sich neben Unternehmen wie Tesla oder Microsoft auch Firmen wie Nestlé oder Amazon. Die beiden letztgenannten würden wohl die wenigstens als nachhaltige Unternehmen verstehen.

Das Investieren selbst funktioniert genau wie bei jeder anderen Anlage auch: Der Gang zur eigenen Bank oder zu einer Fondsgesellschaft reicht völlig aus.

Wie sicher sind nachhaltige Investments?

Sie könnten nun in Versuchung kommen zu glauben, dass nachhaltige Geldanlagen alleine deshalb sicherer sind als herkömmliche Anlagen. Wie bei jeder Investition besteht ein gewisses Risiko und auch hier gilt: Höhere Rendite heißt höheres Risiko und niedrigere Rendite heißt geringeres Risiko.

Es kommt deshalb immer auf die Anlageform an. So sind Direktinvestments z.B. in Windparks oder Wälder äußerst riskant, denn wenn so ein Unternehmen scheitert, dann droht Ihnen der Totalverlust. Deshalb sollten Sie in breit aufgestellte nachhaltige Fonds investieren.

Dennoch sind nachhaltige Geldanlagen unterm Strich sicherer: Wenn wir davon ausgehen, dass nachhaltig wirtschaftende Unternehmen durchaus weitsichtiger handeln, Kosten sparen, Zukunftsmärkte erschließen und investitionsfreudiger sind als konservativere Branchen, dann bergen nachhaltige Anlagen auch jede Menge Zukunftspotential.

Zwei Menschen halten Händchen und gehen auf einen Baum zu
Wie sinnvoll sind grüne Geldanlagen?

Alleine ein Blick auf die Zahlen verrät, dass nachhaltige Investments nicht nur eine Berechtigung haben, sondern auch sehr sinnvoll sind. Denn sie wirken sich positiv auf das Investitionsverhalten der Anleger aus.

Im ersten Quartal 2020 wurden in Deutschland 3,5 Milliarden Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert. Im Juli 2020 waren es bereits 5,1 Milliarden Euro. Am Ende des dritten Quartals des Jahres 2020 lag das verwaltete Vermögen offener Nachhaltigkeitsprodukte bei insgesamt 129 Milliarden Euro – 27 Prozent höher als im Vergleich zum zweiten Quartal. Im selben Zeitraum wuchs das verwaltete Vermögen von nicht-nachhaltigen Fonds um gerade einmal zwei Prozent.

Auch wenn derzeit gerade einmal acht Prozent aller Anlagen in Deutschland nachhaltige Geldanlagen sind, so ist die Tendenz steigend. Es verändert sich also der gesamte Markt, weshalb es alleine aus diesem Grund sinnvoll ist, auf grüne Geldanlagen zu setzen.

Außerdem gibt es keine Belege, dass nachhaltige Investment schlechter performen als klassische – eher das Gegenteil: Von Juli 2019 bis Juli 2020 waren die Rendite beim nachhaltigen Börsenindex MSCI World SRI um fast einem Prozent höher als beim normalen Index MSCI World.

Guten Gewissens Geld gewinnen

Nachhaltige Geldanlagen liegen im Trend und ihre Beliebtheit wächst stetig. Das ist auch keine Überraschung, da sie mitunter sicherer sind als herkömmliche Anlagen und mindestens dieselben Rendite erzielen wie diese. Aber nur weil eine Geldanlage nachhaltig ist, heißt das nicht, dass es gar kein Risiko gibt. Deshalb sollten Sie Ihr Investment auch hier breit streuen – genauso wie bei herkömmlichen Fonds. Nur haben Sie hier den Vorteil, dass Sie mit gutem Gewissen Ihr Geld vermehren und die Welt, wenigstens ein kleines bisschen, besser gemacht haben.

In einem weißen Blumentopf steckt ein Bäumchen, dessen Krone einen grünen Pfeil zeigt, der nach oben geht